Interkulturelle Wetterau

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Gelungene Integration: Syrisch-orthodoxe Gemeinde in Bad Vilbel

Erster Kreisbeigeordneter Jan Weckler (Mitte) mit Zeki Tutus und Saadallah Barakat.

Erst vor wenigen Monaten konnte die syrisch-orthodoxe Maria Mutter Gottes Gemeinde in Bad Vilbel ihre eigene Kirche im Bad Vilbeler Stadtteil Massenheim einweihen. Erster Kreisbeigeordneter Jan Weckler hat der Gemeinde um den Vorsitzenden Zeki Tutus vor kurzem einen Besuch abgestattet.

Die syrisch-orthodoxe Kirche, eine der ältesten Kirchen weltweit, war ursprünglich hauptsächlich in den Gebieten des heutigen Syrien, dem Irak und der Türkei verbreitet. Die syrisch-orthodoxen Christen aus den Stammgebieten in der Türkei wurden in den letzten Jahrzehnten durch die Auseinandersetzung zwischen Kurden und Türken in vielen Fällen vertrieben. In Syrien und im Irak werden syrisch-orthodoxe Christen nicht systematisch verfolgt, aufgrund der politischen Probleme und Kriege in der Region sind dennoch auch viele Menschen dieser Glaubensrichtung nach Deutschland geflohen.

Deutschlandweit zählt die syrisch-orthodoxe Kirche, die sich selbst finanziert, etwa 125.000 Mitglieder, verteilt auf rund 60 Kirchengemeinden. Eine davon ist die Maria Mutter Gottes Gemeinde in Bad Vilbel.

„Die syrisch-orthodoxe Gemeinde in Bad Vilbel besteht bereits seit dem Jahr 1980, sie ist eine gelungenes Beispiel für Integration und die Eingliederung in das Umfeld“, freut sich Weckler. Der Vorsitzende der Gemeinde, Zeki Tutus und Gemeindemitglied Saadallah Barakat empfingen den Ersten Kreisbeigeordneten nicht ohne Stolz in der neuen und in Eigenregie der Gemeinde entstandenen Kirche. Zurzeit umfasst die Gemeinde rund 450 Mitglieder. Sie feiert zum Beispiel jedes Jahr am Pfingstmontag gemeinsam mit den christlichen Gemeinden in Bad Vilbel einen ökumenischen Gottesdienst, es gibt gemeinsame Gemeindefeste und auch im Bereich der Jugendarbeit wird eng kooperiert.

Die syrisch-orthodoxe Gemeinde in Bad Vilbel feierte ihre Gottesdienste für viele Jahre in der evangelischen Auferstehungskirche am Friedhof, bevor Anfang der 1990er Jahre ein bebautes Grundstück in der Dieselstraße als Vereins- und Gebetshaus umgebaut wurde. Auf Grund der stetig anwachsenden Mitgliederzahl sowie gebäude- und sicherheitstechnischen Mängeln entstanden in den vergangenen Jahren ein neues Kirchengebäude und ein Gemeindezentrum in Massenheim.

Erster Kreisbeigeordneter und Schuldezernent Weckler freut sich auch darüber, dass die Maria Mutter Gottes Gemeinde seit diesem Schuljahr in Wetterauer Schulen Religionsunterricht für syrisch-orthodoxe Christen anbietet. „Dies ist eine wichtige und richtige Erweiterung des Angebots von Religionsunterricht an unseren Schulen. Der konfessionelle Religionsunterricht ist in Deutschland durch das Grundgesetz geschützt. Er trägt auch zur Akzeptanz unterschiedlicher Glaubensrichtungen bei“, so Weckler.

„Die syrisch-orthodoxe Gemeinde bietet vielen syrisch-orthodoxen Christen in Bad Vilbel eine neue Heimat und ermöglicht gleichzeitig eine Integration in das gesellschaftliche und religiöse Leben in der Stadt. Das ist gelebte Integration“, so der Erste Kreisbeigeordnete zum Abschluss seines Besuchs.

veröffentlicht am: 01.11.2017

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